Methodik

Diese Seite beschreibt das theoretische Fundament, die Itemkonstruktion und die mathematische Auswertung. Sie ist bewusst transparent gehalten, damit Sie Ihre Ergebnisse selbst einordnen können.

1. Theoretisches Modell: Cattell-Horn-Carroll

Grundlage ist die heute führende integrative Theorie kognitiver Fähigkeiten, die Cattell-Horn-Carroll-Theorie (CHC). Sie strukturiert Intelligenz in drei Schichten (Strata):

Im vorliegenden Test werden sechs Broad Abilities erfasst: Gf (Fluid Reasoning), Gc (Crystallized), Gv (Visual Processing), Gs (Processing Speed), Gsm (Short-term / Working Memory) und Gq (Quantitative Knowledge).

2. Itemkonstruktion

Alle Aufgaben sind eigenständige Neukonstruktionen. Es wurden keine Items aus urheberrechtlich geschützten Testverfahren (z. B. Raven, WAIS/WISC, IST, CFT, BOMAT) übernommen. Übernommen wurden lediglich die allgemein bekannten Konstruktionsprinzipien (Matrizen, Zahlenreihen, verbale Analogien, Mentalrotation, Papierfalten, Ziffernspanne, Zeichenvergleich). Diese Prinzipien gehören zum Stand der psychometrischen Wissenschaft.

Jedes Item hat folgende Parameter:

3. Berechnung Schritt für Schritt

3.1 Rohwert pro Domäne

Korrekte Antworten werden nach Schwierigkeit gewichtet:

rawd = Σi ∈ d  correcti · (1 + 0,3 · bi)

Damit zählen schwierige Items mehr als leichte. Die Gewichtung ist bewusst mild (0,3) gewählt, um Punktrauschen bei einzelnen Items zu begrenzen.

3.2 Standardisierung (z-Transformation)

Pro Domäne wird der Rohwert gegen eine theoretische Referenzverteilung standardisiert:

zd = (rawd − μd) / σd

μd und σd werden aus der Rasch-Erwartung bei mittlerer Fähigkeit (θ = 0) abgeleitet:

pi = 1 / (1 + exp(bi))
E[rawd] = Σ (1 + 0,3 · bi) · pi
Var[rawd] = Σ (1 + 0,3 · bi)² · pi · (1 − pi)
σd = √Var[rawd]

Die konkreten Werte pro Domäne sind in data/norms.json hinterlegt und lassen sich aus items-*.json reproduzieren.

3.3 Gesamt-z als gewichteter Mittelwert

ztotal = 0,30·zGf + 0,20·zGc + 0,15·zGv + 0,10·zGs + 0,10·zGsm + 0,15·zGq

Die Gewichte sind Annäherungen an typische g-Ladungen aus der CHC-Literatur (Carroll 1993; McGrew 2009). Sie sind nicht aus einer eigenen Stichprobe geschätzt.

3.4 Transformation in die Wechsler-IQ-Skala

IQ = 100 + 15 · ztotal

Der Anzeigebereich ist auf [55, 145] begrenzt, da außerhalb dieses Bereichs kurze Online-Screenings grundsätzlich nicht mehr verlässlich differenzieren.

3.5 Konfidenzintervall

Bei angenommener Reliabilität rxx = 0,85 (theoretischer Annahmewert, transparent dokumentiert) ergibt sich der Standardmessfehler:

SEM = SD · √(1 − rxx) = 15 · √0,15 ≈ 5,81

Das 95 %-Konfidenzintervall ist damit IQ ± 1,96 · SEM ≈ IQ ± 11. Diese Unschärfe wird auf der Ergebnisseite stets mit ausgegeben.

3.6 Prozentrang

PR = Φ(ztotal) · 100

Φ ist die Verteilungsfunktion der Standardnormalverteilung. Numerisch wird die Abramowitz-Stegun-Approximation 7.1.26 verwendet (absolute Abweichung < 1,5 · 10⁻⁷).

4. Grenzen und Unsicherheiten

5. Literaturhinweise

Zur weiterführenden Einarbeitung in CHC, IRT und Wechsler-Skalen:

Die Auflistung dient der Einordnung des verwendeten Theoriegebäudes. Sie bedeutet ausdrücklich nicht, dass der vorliegende Test von den genannten Autoren geprüft oder validiert wurde.